Austragungsorte und Stadien der EM Teil 5: Nationalstadion, Kiew /Ukraine
Heute gibt unsere kleine Informationsreihe Austragungsorte und Stadien der EM zum ersten mal einen Ausblick auf das andere Gastgeberland der Europameisterschaft: die Ukraine. Dabei soll zuerst einmal der Blick an das Ufer des Dnepr in die Hauptstadt Kiew gehen.
Mit 2.7 Mio Einwohnern ist Kiew Ukraines bevölkerungsreichste Stadt und nebenbei auch noch Hauptstadt, daher liegt auch der ukrainische Regierungssitz in Kiew. Im der jüngsten Vergangenheit wurde Kiew durch die Orange Revolution sehr bekannt. In dieser friedlichen Revolution im Jahr 2004 wurde über zwei Wochen hinweg ein friedlicher Massenprotest veranstaltet, der auf eine Fälschung der Wahlergebnisse durch den damaligen ukrainischen Präsidenten Leonid Kutschma aufmerksam machen sollte. Im letzten Jahrhundert wurde Kiew vor allem durch den schlimmen Überfall der Deutschen im Zweiten Weltkrieg bekannt, bei dem die Stadt sehr verwüstet wurde und dazu noch über 200.000 Juden im Vorhinaus vor der deutschen Armee flüchten mussten. Jedoch wurde Kiew von den Roten Armee noch während des Weltkrieges zurückerobert, sodass noch mehr Teile der Stadt verwüstet worden sind.
Heute treffen in Kiew sehr viele Kulturen aufeinander, da es immernoch eine große jüdische Gemeinde, viele russische Bürger, Weißrussen, Polen, sowie Armenier neben den vielen orthodoxen Christen gibt. Sodass Kiew seinem Spitznamen: „Jerusalem des Ostens“ auch heute noch gerecht wird.
Kiew verkehrstechnisch zu erreichen sollte kein Problem darstellen, da es für den Norden der Ukraine eine absolute Metropole darstellt. Jedoch ist eine Anreise von deutschland aus, die nicht per Flugzeug erfolgt, sehr zeitaufwendig, da Kiew gute 1.800 Kilometer von München entfernt liegt. Dennoch ist Kiew per Auto gut zu erreichen, da es ein Knotenpunkt der Europaverbindungen E40 von Calais (Frankreich) nach Riddern (Kasachstan) und der E 101 von Sankt Petersburg (Russland) nach Merzifon (Türkei) darstellt. Dennoch hat Kiew drei umliegende Flughäfen, die man sehr gut von Europa aus erreichen kann. In Kiew selber gibt es ein funktionierendes U-Bahn- und Busssystem.
In Kiew gibt es für Touristen jede Menge zu betrachten. Dabei steht der Marienpalast, der die Residenz des ukrainischen Präsidenten ist, mit den anderen politischen Gebäuden an erster Stelle. Dazu gibt es in Kiew eine große Anzahl von Museen, Theatren und Parks und Plätze. Am bekanntesten werden hier wohl das Nationale Museum der Geschichte des Großen Vaterländischen Krieges und der Platz der Unabhängigkeit sein. Neben vielen beeinduckenden Denkmälern und Gebäuden sollte man sich nicht das Goldene Tor sowie die Nationaloper entgehen lassen.
Ein anderes großartiges Gebäude ist jedoch auch das Nationalstadion der Ukraine, das sich auch in Kiew befindet. Im Nationalstadion spielt keiner der drei großen Fußballvereine Dynamo Kiew, Arsenal Kiew oder Obolon Kiew. Im Nationalstadion werden nur Länderspiele ausgetragen. So auch die Europameisterschaft 2012, die in Kiews Nationalstadio mit dem Finale am 1. Juli in einem würdigen Rahmen beendet werden soll.
Seit der letzten Renovierung (2008) des schon 1923 eröffneten Nationalstadions, das damals noch Rotes Stadion hieß, fasst Ukraines größte Fußballstätte 70.000 Zuschauer. Nach dem dreijährigen Umbau, der im Jahre 2011 beendet wurde und rund 585 Mio.€ kostete, wurde im November 2011 das erste Fußballspiel im neuen Nationalstadion ausgetragen. Dieses Länderspiel fand zwischen der deutschen Nationalmannschaft und der Ukraine statt und endete letztlich 3:3.
In der Europameisterschaft 2012 werden neben dem Finale noch drei Vorrundenspiele und ein Virtelfinale ausgetragen werden. In der Vorrunde spielt am 11. Juni die Ukraine gegen Schweden, am 15. Juni Schweden gegen England und am 19. Juni Schweden gegen Frankreich. Am 26. Juni 2012 wird in Kiew der Sieger der Gruppe D sich mit dem Zweiten der Gruppe C messen müssen. Das Finale wird, wie oben schon erwähnt am 1. Juli 2012 in Kiew ausgetragen werden.
Vielleicht schafft es Deutschland am 1. Juli wieder in Kiew zu spielen und dann, anders als vor 2 Monaten ein Tor mehr als der Gegner zu erzielen.
Bild: Wikipedia/ Liilliil
Bild: Wikipedia/ Илья Хохлов
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