EM Kader 2016

Mit welchem Kader geht Jogi auf die Jagd nach dem Titel?

Nachdem die Qualifikation der EM 2016 in Frankreich erfolgreich abgeschlossen und die Vorrundengruppen ausgelost wurden stellt sich nunmehr natürlich die spannende Frage, mit welcher Manpower Bundestrainer Jogi Löw bei der größten EM der Fußballgeschichte nach dem Titel greifen möchte. Die Qualifikation konnte für die Mannschaft zweifelsohne als qualvoll und holprig bezeichnet werden, doch Deutschland gilt – angesichts der großen Auswahl an Topspielern – als absoluter Mitfavorit. Der amtierende Weltmeister kann personell aus den Vollen schöpfen so dass Bundestrainer Jogi Löw bei der Kadernominierung die regelrechte Qual der Wahl hat. Am 17.05.2016 wird der Bundestrainer bekannt geben, welcher vorläufige Kader für die Mission vierter EM-Titel in Frage kommt. Passenderweise wurde für diese Bekanntgabe die Location der französischen Botschaft in der Bundeshauptstadt Berlin gewählt. Das Trainingslager in Ascona, welches vom 23.05. bis zum 03.06.2016 stattfinden wird, bietet wohl 26 bis 28 Spielern die Chance sich zu zeigen. Mit dem 30.05.2016 wird Löw dann den endgültigen 23-Mann-Kader der Mannschaft für die Europameisterschaft 2016 in Frankreich bekannt geben.

Das Grundgerüst der Nationalmannschaft steht

Die EM 2016 in Frankreich wird Löw wohl weitestgehend mit den amtierenden Weltmeistern der WM 2014 in Brasilien absolvieren. Einzig Philipp Lahm sowie Miroslav Klose und Per Mertesacker stehen nach ihren Rücktritten nicht mehr zur Verfügung. Somit musste das Grundgerüst neu konzipiert werden und auch ein neuer Kapitän musste auf die Brücke geholt werden. Bastian Schweinsteiger von Manchester United sowie Toni Kroos von Real Madrid und Mats Hummels (noch Borussia Dortmund) nebst Mesut Özil vom FC Arsenal London bilden dieses neue Gerüst ebenso wie die Bayern-Spieler Manuel Neuer, Thomas Müller, Jerome Boateng und Mario Götze. Bei dem Neu-Kapitän Bastian Schweinsteiger steht für die EM 2016 in Frankreich allerdings noch ein dickes Fragezeichen, da der Mittelfeldstratege noch an einem Innenbandanriss im Knie laboriert. Schweinsteigers EM-Teilnahme dürfte somit ein regelrechter Wettlauf mit der Zeit werden. Bei den Mittelfeldspielern Marco Reus sowie Ilkay Gündogan von Borussia Dortmund gestaltet sich der Sachverhalt ein wenig anders. Die beiden konnten verletzungsbedingt die WM 2014 in Brasilien nicht absolvieren, gehören jedoch zum festen Stamm der Mannschaft von Bundestrainer Jogi Löw.

Spieler mit guten Chancen auf einen Kader-Platz

Sage und schreibe acht Spieler haben eine gute Chance auf eine Nominierung in den DFB-EM-Kader. Shkodran Mustafi vom FC Valencia sowie Benedikt Höwedes vom FC Schalke 04 haben ebenso mit guten Leistungen auf sich aufmerksam gemacht wie Jonas Hector vom 1. FC Köln und Matthias Ginter von Borussia Dortmund. Auch Sami Khedira von Juventus Turin und Karim Bellarabi von der Werkself Bayer 04 Leverkusen dürfen sich neben Andre Schürrle vom VfL Wolfsburg sowie Mario Gomez von Besiktas Istanbul berechtigte Hoffnungen auf eine Nominierung machen. Gerade die Abwehrspieler Höwedes und Mustafi haben einen Anteil an dem vierten Weltmeistertitel und überzeugen in ihren Vereinen mit konstanten Leistungen. Bei Höwedes war es jedoch ein Rückschlag, dass er sich einen Muskelfaserriss im Januar dieses Jahres zuzog und dementsprechend nur wenig Spielpraxis in dieser Saison sammeln konnte. Jonas Hector hat sich seinen Platz auf der linken Verteidigerseite schon fast gänzlich erspielt und Matthias Ginter, der bei der WM in Brasilien ohne eine einzige Spielminute blieb, hat sich in dieser Saison sehr weiterentwickelt. Ginter gilt bei vielen Fußballexperten als große Überraschung der Saison. Sami Khedira galt bei Jogi Löw immer als feste Größe, jedoch plagten auch den 28-jährigen sehr viele Verletzungen. Aufgrund der vielen Rückschläge kam Khedira bei seinem Club Juventus Turin nur sehr selten zum Einsatz. Wenn er jedoch spielte, so waren die Leistungen stets überragend. Sofern er die Probleme mit den Verletzungen in den Griff bekommen sollte, wird bei der EM 2016 in Frankreich mit ihm zu rechnen sein. Andre Schürrle war bei der WM 2014 in Brasilien im Finale maßgeblich durch die Flanke auf Götze beteiligt, doch bleibt der 25-jährige Offensivspieler zu häufig unter seinen Möglichkeiten. Mit einer Einwechslung von Schürrle könnte das Offensivspiel natürlich belebt werden und mehr Tempo in die Begegnung gebracht werden, doch bringt diesen Zug zum Tor auch Karim Bellarabi mit. Der Mann von Bayer Leverkusen ist äußerst dribbelstark und sich in der Nationalmannschaft auch bereits für weitere Aufgaben empfohlen. Die finale Nominierung wird daher wohl eine Frage der Taktik werden, auf die der Bundestrainer Jogi Löw bei der EM 2016 in Frankreich setzen wird. Setzt Löw im Angriff eher auf einen echten Stoßstürmer oder möchte er verstärkt über die Außen zum Erfolg kommen. Wenn ein Stoßstürmer benötigt wird, so dürfte Mario Gomez zweifelsfrei die besten Karten bei Löw haben. Bei seinem Club, Besiktas Istanbul, glänzt Gomez wie in alten Zeiten als effektiver Torjäger.

Die Nummer eins im Tor der Mannschaft steht wie eine Mauer. Manuel Neuer wird auch bei der EM 2016 in Frankreich das deutsche Tor hüten. Die Frage lautet nun, wer hinter Neuer als zweiter bzw. dritter Torhüter mit nach Frankreich fahren wird. Ron-Robert Zieler vom Bundesliga-Absteiger Hannover 96 hat zwar bereits Turniererfahrungen sammeln können, jedoch konnte auch der 27-jährige den trost- und hoffnungslosen Abstieg seines Vereins aus der Bundesliga nicht verhindern. Mar-Andre ter Stegen vom FC Barcelona sowie Kevin Trapp von Paris St. Germain gelten ebenso als große Anwärter auf die Plätze hinter Manuel Neuer wie Bernd Leno von Bayer 04 Leverkusen. Ter Stegen wird jedoch das Problem bekommen, dass er in Liga-Spielen stets auf der Bank sitzt und nur in der Champions-League zum Einsatz kommt. Zwei der vier Spieler werden definitiv mit nach Frankreich fahren.

Auf der linken Verteidigerseite kann sich Marcel Schmelzer von Borussia Dortmund zweifelsfrei nicht eines großen Vertrauens bei Löw rühmen. Der Dortmunder könnte aber dennoch bei der EM ein Thema werden, da linke Verteidiger äußerst rar gesät sind. Seitdem Philipp Lahm seinen Rücktritt erklärt hat fehlen Löw auf der linken Seite die Weltklasse-Spieler und auch Emre Can war bislang nicht in der Lage, Löw vollends von sich zu überzeugen. Da Can jedoch äußerst flexibel ist und bei seinem Verein auch im Mittelfeld agiert, ist auch Emre Can ein Thema für die EM. Der 22-jährige hat allerdings auch mit Verletzungen zu kämpfen, was Christoph Kramer zugute kommen könnte. Der einstig tragische Held des WM-Finals von Rio macht sich auch noch Hoffnungen auf eine EM-Teilnahme. Auch Antonio Rüdiger vom AS Rom steht noch in der Pipeline. Der 23-jährige hat konstante Leistungen gezeigt und verfügt zudem über Erfahrungen sowohl in der Innenverteidigung als auch auf der rechten Verteidigerseite.

Wie groß der Konkurrenzkampf gerade im offensiven Mittelfeld ist müssen derzeitig sowohl Lukas Podolski von Galatasaray Istanbul als auch Julian Draxler nebst Max Kruse vom VfL Wolfsburg zur Kenntnis nehmen. Für diese drei Akteure ist eine EM-Teilnahme alles Andere als sicher, zumal auch Kevin Volland von der TSG 1899 Hoffenheim sich Hoffnungen macht.

Kandidaten, die den Anschluss verloren haben

Roman Weidenfeller von Borussia Dortmund war bei der WM 2014 in Brasilien noch hinter Manuel Neuer der zweite Mann. Weidenfeller gilt jedoch aufgrund seines Alters als Auslaufmodell und wird bei der EM 2016 in Frankreich wohl keine Rolle in puncto Nominierung spielen. Ebenfalls nur sehr geringe Chancen dürften Kevin Großkreutz vom VfB Stuttgart sowie Erik Durm von Borussia Dortmund haben. Beide sind zwar Weltmeister, doch haben sie in Brasilien keine Einsätze absolviert und auch im bisherigen Saisonverlauf mit Verletzungen zu kämpfen gehabt. Aus diesem Grund werden sie beim Bundestrainer Jogi Löw wohl keine Rolle spielen. Ebenfalls als äußerst unwahrscheinlich gilt eine Nominierung von Rafinha, der seit kurzer Zeit einen deutschen Pass besitzt, sowie von Sebastian Rudy. Rudy wurde zwar bereits häufiger in den Kader berufen, jedoch war der Mann von der TSG 1899 Hoffenheim kaum auf dem Platz zu sehen. Auch Lars Bender von Bayer 04 Leverkusen hat den Anschluss verloren, zumal Löw den Leverkusener Christoph Kramer erheblich stärker sieht. Ebenfalls als unwahrscheinlich wird die Nominierung von Holger Badstuber vom FC Bayern München angesehen. Die steten Verletzungsrückfälle des Kämpfers in der Verteidigung haben seine Chancen auf 0 sinken lassen.

Sollte Jogi Löw sich für die EM 2016 in Frankreich für eine echte Neun entscheiden, so würden mit Alex Meier von Eintracht Frankfurt sowie Pierre-Michel Lasogga vom Hamburger SV zwei Kandidaten bereit stehen. Die Nominierung der beiden gilt jedoch als überaus unwahrscheinlich.

Vielleicht gibt es die eine oder andere Überraschung

23 Spieler können vom Bundestrainer Jogi Löw für das Turnier gemeldet werden. Somit bietet der Kader genug Potential für Überraschungen. Leroy Sane vom FC Schalke 04 gilt als echter Shooting-Star in der Bundesliga und konnte bereits eine Nominierung in der A-Elf für sich als Erfolg verbuchen. Auch Max Meyer, ebenfalls vom FC Schalke 04, hat in dieser Saison einen großen Sprung nach vorne gemacht. Beide Spieler sind gerade einmal 20 Jahre jung und bestechen durch Spielwitz und Kreativität. Auch Joshua Kimmich vom FC Bayern München sowie Julian Weigl von Borussia Dortmund gelten als Kandidaten der nächsten Generation, wobei auch mit Jonathan Tah von Bayer 04 Leverkusen gerechnet werden muss. Diese Spieler werden zumindest seit einiger Zeit von Bundestrainer Jogi Löw beobachtet. Nicht ohne Grund, wie allgemeinhin vermutet wird.

Für wen auch immer Bundestrainer Jogi Löw sich entscheiden wird, die nächste Zeit wird aus Sicht der Fans der Mannschaft auf jeden Fall sehr spannend werden. Das Turnier kommt mit großen Schritten und ein Erfolg würde dem Weltmeistertitel vor knapp zwei Jahren noch das Krönchen aufsetzen.


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