Schafft Mike Hanke den Sprung ins Nationalteam?
Lucien Favre hat aus Gladbach eine echte Spitzenmannschaft geformt. Der Schweizer übernahm Gladbach vor ziemlich genau einem Jahr. Damals stand der Traditionsverein vom Niederrhein auf dem letzten Platz und galt überall als schon abgestiegen. Doch Favre schaffte es der Truppe neue Ordnung zu verleihen und so über die Relegation die Liga zu halten. Heute steht Gladbach auf dem dritten Platz und ist ein ernster Titelanwärter und verfüt über die beste Abwehr in Europa.
Viele große Neuverpflichtungen gab es in Gladbach seit letzter Saison jedoch nicht, außer einem: Mike Hanke. Der 28-jährige galt als Auslaufsmodell und kam von Hannover 96, der letztjährigen Überraschungsmannschaft. Hanke hatte jedoch in Hannover, wie auch davor in Wolfsburg nicht wirklich gute Leistungen erzielen können und so lief dem Stümer etwas die Zeit davon, um in seiner Karriere noch einmal richtig durch zu starten. Dabei galt er immer als ein großes Talent und schaffte es sogar in den Kader der Nationalmannschaft und war eine Option für die Weltmeisterschaft 2006 im eigenen Land.
Als er nach Gladbach kam, waren viele der Meinung, dass diese Station ihm nicht wirklich weiter bringen werde und er schon das Ticket für die zweite Liga gelöst habe, doch Hanke wollte nur eins: den Nichtabstieg. Und so spielte er eine starke Rückrunde, schaffte sein Ziel und ist nun nichtmehr weg zu denken als Spielgestalter bei Gladbach, der die gefährlichen Pässe auf die schnellen Flügelflitzer Hermann und Reus spielt. In der laufenden Saison spielt er durchweg solide und glänzt sogar manchmal. So wie beim Rückrundenauftakt gegen Bayern, als er das 1:0 mit einem Traumpass vorbereitete oder wie letzte Woche gegen seinen Ex-Verein Schalke 04. Hanke spielte mit zwei Doppelpässen an und im Strafraum die gesamte schalker Abwehr aus und schlänzte den Ball noch maßgerecht ins lange Eck. Traumfußball, wie man ihn aus dem letzten Jahr vom Meister Borussia Dortmund nur kannte. Hanke wird von als die Personifizierung des Gladbacher Wandels angesehen, denn seitdem er da ist, ist die Mannschaft wieder in der Erfolgsspur.
Nicht erst seit seiner Glanzleistung am letzten Spieltag gibt es immer mehr Stimmen, die eine Nominierung für den Kader in der Nationalmannschaft fordern. Und dies ist auch nicht ganz abwägig. Betrachtet man die Leistungen der potenziellen Kandidaten für die Position in der Spitze, so hat man einen Mario Gomez, der insgesamt eine starke Saison spielt. Er wird den Platz im Sturm mit Miroslav Klose ausmachen müssen. Denn Klose spielt bei Lazio Rom eine gleichwärtig gute Saison wie Gomez in München. Der dritte Stürmer von Jogi Löw ist eigentlich Cacau, aber dieser steckt ja bekanntermaßen in einem großen Formtief in dieser Saison. Da es sonst für die Position in der Spitze kaum eine andere Alternative, außer Stefan Kießling, von Bayern 04 Leverkusen gibt, steht es um Hankes Chancen auf eine Nominierung für den Kader nicht schlecht.
Letztendlich muss jedoch Trainer Joachim Löw entscheiden, wer spielt und wer nicht. Noch hat er sich zu Hanke nicht eindeutig geäußert.




